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SICHERHEIT AUF SEE

Aktualisiert: 15. Mai

WARUM ÜBERHAUPT ÜBER SICHERHEIT SPRECHEN?

Die riskanteste "Sportart", die wir täglich betreiben, ist zweifellos das Autofahren. Im Vergleich dazu sind – statistisch gesehen – Unfälle, die beim Windsurfen und Foilen passieren, praktisch unbedeutend.

Sicherheit ist jedoch wichtig und unerlässlich, um unseren geliebten Sport sicher ausüben und vollkommen genießen zu können.

Vergiss nicht: Wir sind inmitten der Natur, genauer gesagt im Wasser. Eine Umgebung, die nicht unsere eigene ist ... und wir sind dabei nicht allein! An den bekannten Spots wie Tarifa und vor allem der Strand von Valdevaqueros, wird das Meer im Sommer und zur Spitzenzeit zu einer regelrechten Autobahn. Um unnötige Risiken (und Ärger) zu vermeiden, ist es wichtig, dass wir alle die Spielregeln kennen und anwenden.

Es geht nicht darum, das ‘Übereinkommen über die internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See’ auswendig zu kennen. Aber man muss die Grundregeln kennen, vor allem die Vorfahrtsregeln (ja, die gibt es! Und sie sind überall auf der Welt gleich) und die Beschränkungen und Verbote im Surfgebiet (über die man sich ständig informieren muss, da sie von Ort zu Ort und manchmal sogar von einer Jahreszeit zur anderen variieren).


1. VORFAHRTSREGELN

Beim Windsurfen, Foiling und den anderen Wassersportarten gelten folgende Vorfahrtsregeln:

- STEUERBORD WEICHT BACKBORD: Beim Surfen funktioniert es gleich wie im Straßenverkehr an einer Kreuzung, einer fährt und der andere gewährt Vorfahrt. Beim Autofahren haben die, die von “rechts” kommen, vorfahrt, ähnlich läuft es beim Surfen. So kannst du dir diese Regel auch ganz einfach merken: Diejenigen, die sich auf der Steuerbordseite (rechte Hand vorne und näher zum Masten) befinden, haben Vorfahrt vor denjenigen, die sich auf der Backbordseite (linke Hand vorne) befinden. Die auf Backbord müssen so gut und effizient wie möglich ausweichen.

- LEE VOR LUV: Wir alle surfen mit dem Rücken zum Wind (luvwärts) und schauen daher nach Lee (wohin der Wind bläst). Diese Regel folgt reine Logik: Wir können die, die hinter uns sind, nicht sehen, aber die vor uns schon. Vorfahrt hat entsprechend derjenige, der im Lee ist, d. h. den, den wir ja auch sehen können.

- WER ÜBERHOLT HÄLT ABSTAND: Wenn wir auf See wie auf der Straße überholen wollen, müssen wir sichergehen, dass wir genügend Platz und Geschwindigkeit haben und auch genügend Abstand zwischen uns und dem "Fahrzeug", das überholt wird, lassen können. So wird verhindert, dass jemand ein abruptes und unerwartetes Manöver machen muss, um eine Kollision zu vermeiden.

Außerdem gelten folgende allgemeine Regeln:

- BLEIB AUF DEINEM KURS: Vorfahrt zu haben bedeutet nicht, dass man tun kann, was man will. Der Surfer, der einem Vorfahrt gewähren muss, kann keine Gedanken lesen. Deshalb darf man den eigenen Kurs nicht einfach plötzlich ändern oder ein Manöver starten, wenn dies dazu führt, dass das der andere gar nicht mehr ausweichen kann.

- GRÖßERE MANÖVRIERBARKEIT: Schiffe, die leichter zu manövrieren sind (z. B. Motorboote, die normalerweise jeden beliebigen Kurs nehmen können), haben weniger manövrierfähigen Schiffen (z. B. Segelschiffe, die vom Wind abhängig sind) aus dem Weg zu gehen. Dies gilt auch bei Anfängern. Aufgrund mangelnder Technik und Erfahrung sowie der geringeren Geschwindigkeit ihrer Ausrüstung sind Anfänger manchmal nicht in der Lage, die Vorfahrtsregeln anzuwenden. Auch wenn sie sie kennen würden.

- ALLGEMEINER VORSICHTSGRUNDSATZ: Auch wenn man Überholen dürfte, möchte niemand einen Zusammenstoß haben und die Folgen tragen müssen. Wenn man sieht, dass die andere Person nicht in der Lage ist, nicht weiß wie oder nicht aus dem Weg gehen will, sollte man handeln und versuchen, einen Unfall zu vermeiden, bevor die Situation unumkehrbar ist.


2. SURFZONEN

Beim Windsurfen und Foilen teilt man den Platz mit vielen anderen. Dazu gehören nicht nur andere Surfer, sondern auch Schwimmer, Badegäste und alle anderen touristischen Aktivitäten. Und natürlich die Natur, die uns umgibt und uns willkommen heißt.

Die Surfzonen sind zu respektieren. Die Strandpläne werden jährlich von den zuständigen Behörden für jeden Strand spezifisch festgelegt.

Generell gilt sich vom Badebereich – der durch gelbe Bojen abgegrenzt ist – und von den Sicherheitskanälen fernzuhalten. Die Sicherheitskanäle sind an den roten, zylindrischen Backbord- und grünen, kegelförmigen Steuerbord-Bojen zu erkennen. Diese Bojen markieren den Zugangsweg zum Strand für die Motorboote, einschließlich Rettungsfahrzeugen, und sind auch für diese vorbehalten. Außerdem darf in den Bereichen, in denen ausdrücklich auf ein Surfverbot hingewiesen wird, nicht gesurft werden. Das Verbot kann aus vielen Gründen entstanden sein – in der Regel liegen dahinter aber Umwelt- und Sicherheitsgründe.

Man darf auch keine gefährlichen Manöver riskieren oder mit hoher Geschwindigkeit in Ufernähe fahren. Denn am Ufer trifft man auf unerfahrene Surfer, solche die gerade starten … oder auf einen unachtsamen Badegast.

3. PSA (PERSÖNLICHE SCHUTZAUSRÜSTUNG)

Vergewissere dich, dass du die deine Ausrüstung an die Wetterbedingungen des Tages und der Wassertemperatur anpasst. Ein guter Neoprenanzug ist fast immer unerlässlich. Eventuell sollte man auch Neoprenschuhe und Handschuhe tragen, auch sollte man je nach Jahreszeit den Sonnenschutz ja nicht vergessen. Man ist stundenlang "draußen", und wenn man friert oder zu warm hat, verschwendet der Körper viel Energie. Das kann zu einer starken Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit führen.

Vergiss auch das Vorurteil, dass Helm und Schwimmweste "Anfängersachen" sind. Beim professionellen Foiling sind sie sogar Pflicht. Bei ungünstigen Bedingungen und starkem Verkehr auf dem Wasser ist jede Vorsichtsmaßnahme sinnvoll: Vorbeugen ist die beste Medizin.


4. AUSRÜSTUNG: ART, EINSTELLUNGEN UND ZUSTAND

Die richtige Ausrüstung auszuwählen ist wichtig. Auch wenn es einem manchmal schwerfällt, geh zurück an Land und wechsle das Material aus, v. a. wenn sich die Bedingungen erheblich verändert haben. Manchmal reicht es auch schon aus, den Mastfuß nach vorne oder hinten zu schieben und/oder das Segel zu "tunen", indem man die Spannung am Schothorn oder am Vorliek erhöht bzw. verringert.

Bei böigen Wind ist es besser, ein Brett mit genügend Volumen zu nehmen, damit man auch durch die leeren Stellen bzw. die Windstille “durchschwimmen” kann. Auf diese Weise besteht auch nicht die Gefahr, abzutreiben und am Ufer entlang zurücklaufen zu müssen (was wir auch Walk of Shame nennen) oder sogar zurück an Land gezogen werden zu müssen.

Denk daran, bei einer guten Technik braucht man auch kein zu großes Segel und man muss auch nicht zu warten, bis die Böe mit voller Wucht kommt. Übers pumpen ins Gleiten zu kommen, ist besser, als gleich überpowert zu sein, wenn der Wind ein bisschen zunimmt oder weiter draußen stärker als an Land bläst.

Bevor du aufs Wasser gehst, überprüfe, ob das Profil des Segels korrekt ist und ob alle Teile des Segels, des Bretts und alle Tampen in gutem Zustand und gut verknotet sind. Nimm, wenn möglich, auch einen Ersatztampen mit – nur für den Fall. Ein Ersatztampen kann einem selber aus der Patsche helfen oder auch nützlich sein, wenn man jemand anderen hilft.


5. DIE EIGENEN GRENZEN KENNEN

Windsurfen und Foiling sind intensive Sportarten, bei denen man stundenlang den Elementen ausgeliefert ist. Um den spezifischen Bedingungen des Tages und des Spots standzuhalten, muss man fit sein.

Achte darauf, dass du genug trinkst und nicht mit vollem Magen aufs Wasser gehst. Die Sonne kann sehr intensiv wärmen und das Wasser kalt sein: Hitzschlag oder Verdauungsprobleme sind kein Spaß.

Der Schwierigkeitsgrad einer Skipiste ist leicht über die blauen, roten und schwarzen Markierungen zu erkennen. Beim Windsurfen und Foilen gibt es leider nichts Vergleichbares. Die "Farbe" des Spots und die Tagesbedingungen zu bestimmen ist weder einfach noch eine exakte Wissenschaft (es ist eher so, als würde man ein Horoskop erstellen!). Man muss sich die Vorhersagen ansehen – diese müssen immer auf dem neuesten Stand sein –, miteinander vergleichen und durch die Erfahrung der Einheimischen (Schulen und Locals) bestätigen, wann immer dies möglich ist ... und selbst dann liegt man nicht immer richtig.

Falls du Anfänger bist und noch nicht sicher bist, was du tun sollst, komm zu Tarifa Spin Out. Wir beraten dich zu allem, was du wissen musst, und stellen dir die besten Instructors (und das beste Material) zur Verfügung, falls du lieber begleitet werden möchtest oder wenn du dich noch verbessern willst.


6. VORSICHT, VORSICHT, VORSICHT!

Dabei spielt es keine Rolle, ob du gerade deinen persönlichen Geschwindigkeitsrekord brechen wolltest oder endlich das Manöver hinbekommen würdest, an dem du schon so lange arbeitest. Die Sicherheit steht immer an erster Stelle. Da werden noch weitere Böen und Wellen kommen. Aber um davon zu profitieren, müssen die Ausrüstung und vor allem der Surfer ganz bleiben!

Denk daran: Jegliches Kollisionsrisiko ist auch eine mögliche Kollision. Deswegen sollte man rechtzeitig entsprechend handeln, um einen Unfall oder Schaden zu vermeiden. Ein Fehler von dir oder einem anderen Surfer kann deine Session oder sogar den Urlaub schnell ruinieren – vor allem wenn man ihn hätte verhindern können.

Erkundige dich bei den Surfschulen und den Einheimischen über Gefahren oder vorhersehbare Veränderungen der See- und Windverhältnisse, insbesondere in Gebieten mit starken Strömungen, Felsen oder Untiefen. Lass auch immer jemanden wissen, dass du auf dem Wasser bist.

Zögere nicht, zu Tarifa Spin Out zu kommen und dich beraten zu lassen. Ob du nun Kunde bist oder nicht, wir helfen dir gerne, das Beste aus deinem Windsurf- oder Foiling-Tag in Tarifa herauszuholen. Du bist herzlich willkommen!


7. RETTUNG UND SELBSTRETTUNG. NÜTZLICHE NUMMERN

Im Wasser wie an Land ist die Unterlassung der Rettung ein schweres Vergehen, das sogar im spanischen Strafgesetzbuch (Art. 195) verankert ist. Wenn du jemanden weit vom Ufer entfernt im Wasser siehst, solltest du nachfragen, ob er Hilfe braucht. Wenn du jedoch einen Surfer siehst, der das internationale Notsignal macht (seitlich ausgestreckte Arme deutlich langsam auf und ab bewegen oder ein Tuch über dem Kopf schwenken), zögere nicht, ihn auf irgendeine Weise zu helfen. Solange du dich dabei selbst nicht in Gefahr begibst.

Es gibt zwei Arten von Rettungsdiensten: private und öffentliche. Informiere dich vor dem Surfen über die verfügbaren Möglichkeiten (z. B. Rettungsgutscheine) und die Notrufnummern in der Region. In Spanien, insbesondere Salvamento Marítimo – obwohl sie vor allem für komplexere Situationen gedacht sind und nur angerufen werden sollten, wenn es wirklich notwendig ist.

Wenn möglich, kann das Abschleppen die wirksamste und unmittelbarste Rettungsmaßnahme sein. Wenn das nicht möglich ist und die Bedingungen schwierig sind, kann man bei der Person bleiben und einen anderen Surfer bitten, an Land zu gehen und Hilfe zu rufen. Wenn auch das nicht möglich ist, vergewissere dich, bevor du an Land fährst zum Alarmieren, dass die Person etwas bei sich hat, das sie bewegen kann, um ihre Position vom Land aus erkennen zu können (z. B. ein farbiges Lycra-Shirt oder Trapez). Sag der Person auch, dass sie den Gegenstand benutzen soll. So ist es einfacher, sie vom Land aus wieder zu finden. Denn bei Wellen oder schlechter Sicht kann es schwierig sein, einen treibenden Gegenstand zu sehen. Außerdem könnten Strömungen den Surfer noch schneller abtreiben lassen ... und dann würde die Suche nach der Nadel im Heuhaufen beginnen.

Zu guter Letzt: Gehe keine übermäßigen Risiken ein, nur weil du denkst, dass "jemand hinter dir her sein wird, wenn etwas passiert". Leichtsinn kann nicht nur deine eigene Sicherheit gefährden, sondern auch die der anderen, die dir möglicherweise zu Hilfe kommen müssen. Grundlegend: LERNE DICH SELBST ZU RETTEN. Das Brett ist unsere Rettungsinsel, d. h. lass es nie los, schwimm in Richtung des nächstgelegenen Küstenpunkts, lass dich immer von der Strömung mitziehen und versuche nicht dagegen zu paddeln, sonst bist du am Ende nur erschöpft. Sobald du an Land bist, findest du sicher jemanden, der dir hilft. Sei es direkt am Strand oder bei den Surfschulen.


8. READY FOR DEPARTURE

Jetzt, wo du alle Punkte auf deiner Checkliste abgehakt hast, nimm das Trapez und auf aufs Brett! Du bist bereit zum Abheben.


Das Spin Out-Team wünscht dir einen guten Flug.

Und ganz guten Wind.






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